Hab nie beuhaupted, dass gute Musik "neu" sien muss, sonst würde ich nicht die Musik hören, die ich höre^^ Ich habe auch klar und deutlich "meistens" gesagt und das ist auch der Fall. Natürlich gibt es auch heutzutage noch neues und originelles, aber sehr selten.
Ehm, was genau meinst du jetzt mit der Struktur?! Gut, aleatorische Musik ist auch nicht so ganz mein Fall, wobei sie bei der Entstehung der Minimal Music, die sehr wohl mein Fall ist, „wichtig“ war. Oder meinst du wirklich neu, im Sinne von zeitlich nah entstanden?
So ziemlich jedes Stück hat ein Muste, eine Vorgabe, eine Reihenfolge. Wenn das Lied nichts hat, nachdem es sich orientiert. Auch in der Klassik folgte ein Part dem nächsten, ohne Einteilung durch den Künstler wirken Stücke zusammengeworfen und unsinnig, meiner Meinung nach. Aleatorische Musik meine ich nicht, ich meine neu im Sinne von "Nicht schon hundert mal dagewesen und etwas anderes(neues) einbringend".
Hast du da etwas bestimmtes im Kopf, bei dem diese Struktur sich random anhört? Für mich ist random aleatorische Musik. Und manche haben das random-Gefühl auch bei atonaler Musik – dem muss ich nun ganz widersprechen.
Und ja, wie gesagt: Im Prinzip machen gute Komponisten/„Künstler“ Neues, aber das ist mehr Folge von etwas anderem. Dieses Andere kann manchmal sogar gerade die Wiederholung sein. Da fällt mir sofort dieses Indie-Spiel ein (hat natürlich nichts mit Musik zu tun, aber es veranschaulicht es trotzdem gut): Shit Game nennt sich es. Es imitiert das 2D-Prinzip vieler Indie-Games, packt es aber in ein eher rudimentär gestaltetes Äußeres und übt somit Kritik an der Szene, in der es eigentlich fast nur noch solche 2D-Hüpfspiele gibt, die lediglich mittels ungewöhnlicher Grafik frisch wirken. So gesehen wäre eine Musik, die die Wiederholung übertreibt, genau das richtige. Und deshalb ist Minimal Music heute wieder ganz toll.