@cal: Ja, geht schon fast in Ordnung, wenn auch der Unterschied zwischen Glaube und Aberglaube mir nicht genau genug ist. Ich bleib bei meiner Definition. Aberglaube ist der falsche Glaube, was in der heutigen Zeit heißt, dass leblose Dinge der Natur beseelt werden. Pfeifende Winde werden als Stimmen interpretiert, Steinen sagt man magische Kräfte zu, ebenso Planeten usw.
Ja, es ist doch klar, wenn man von falschen und richtigen Glauben spricht, die Position, von der man dies behauptet, entscheidend ist. (Relativismus hehe) Innerhalb der christlichen Kultur vertritt die Kirche den richtigen Glauben, innerhalb der atheistischen „Kultur“ sind Kirche und Horoskop dasselbe: Aberglaube. Es muss dabei nochmal erwähnt werden, dass Wissenschaft nicht zwingend atheistisch ist. Wissenschaft und Religion sind zwei verschiedene Disziplinen, die man unter sich gegenseitig nicht anwenden kann. Induktion und Deduktion ist bei der Kirche unnötig, Atheismus ist bei der Wissenschaft unnötig – die ist agnostisch.
Anders gesagt: Eigentlich kann man Metaphysik schwer als Aberglauben bezeichnen. „Falsch“ und „Richtig“ sind Kategorien in der aufgeklärten Welt, die bestimmte Verfahren benötigen. Diese sind bei Metaphysik zwecklos. Nochmal anders gesagt: Mit dem momentan vorherrschenden Negativismus des kritischen Rationalismus ist Metaphysik nicht „wegzukriegen“. Wie widerlegt man bitte Metaphysik? Und jetzt kommt noch eins drauf: Durch den Fallibilismus kann die Wissenschaft von sich selbst noch nicht mal sicher behaupten, dass sie der richtige Glaube ist. xD
Militante Atheisten sind imo unerträglich. Sie widersprechen der Aufklärung. Rational ist der Theorienpluralismus – i love Pluralismus.
Caligari hat geschrieben:Ich denke dem Pluralismus wird in der Geschichte des Aberglauben sehr viel weniger Wert beigemessen als in der des Atheismus. Oder haben Atheisten jemals versucht gewaltsam jemanden zu bekehren? Nö.
Äh, doch?
Caligari hat geschrieben:(Aber ganz nebenbei: in einer Diskussion kann es niemals einen Pluralismus geben... Daher läuft dieses Argument ins Leere. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass Militanz der höchste Ausdruck eines Diskutanten ist.)
Aber durch Pluralismus ist die Diskussion überhaupt erst möglich. Und Pluralismus ist nicht gleich zu setzen mit Relativismus, daher läuft das Argument nicht ins Leere. Militanz in Diskussionen verursacht aggressiven Streit, der der Diskussion nicht förderlich ist.
Caligari hat geschrieben:Den Diskriminierungsvorwurf kann man natürlich, sofern man jedenfalls nicht militant ist, tatsächlich nicht zurückweisen. Aber das Ums-leben-Bangen bleibt, Mord an abtreibenden Ärzten sei hier mal als Beispiel gennant.
Antisemitismus.
Caligari hat geschrieben:PS: Was ist dann zutreffend?