Re: Kunsthalle
Verfasst: So 30. Okt 2011, 00:07
Balthier9999 hat geschrieben:So, noch mal zum Postulat. Ich war vorhin etwas in Eile. Ich fasse es mal zusammen: Dein Problem, son of ra (und ja, was fällt es mir ein, dir ein Problem zu unterstellen?), ist es, dass du Arbeit mit Ästhetik verbindest. Ästhetik und deine Auffassung von Arbeit haben miteinander wenig zu tun. Man kann Fotografien machen, die ästhetisch sind – der Arbeitsaufwand ist irrelevant, wenn das Bild ästhetisch ist.
Aber es passt natürlich gut zu dir. Das Besondere, von dem du sprachst, dass die Kunst höher mache als die Fotografie, ist für dich Arbeit (und nicht etwa der Geist, also die Idee oder die Kritik). Das passt natürlich super in das Bild der heutigen Leistungsgesellschaft. Schade, dass du dadurch die Kunst zu einer Dienstleistung degradierst, den Künstler also nach Arbeitsstunden und Qualität ‚bezahlst‘.
Kunst ist doch sowieso nur Geldmache. Das ist eine Möglichkeit, seinen Unterhalt zu verdienen.
Fotos werden verwendet, weil sie genauer sind. Ich will aber nichts ABSOLUT genaues, sondern etwas genaues, aber dennoch vorteilhaftes.
Und Quadrate, Kreise und Dreiecke finde ich langweilig.
Balthier9999 hat geschrieben:Da finden wir den Widerspruch, denn inwiefern ist Kunst dann höher als das Brot eines Bäckers?
Kunstgegenstande sind länger haltbar und kosten mehr.
@Kant: Ja, in Ethik, aber ich fand ihn langweilig.
) nicht nur über Ethik geschrieben, sondern auch über Ästhetik (Kritik der Urteilskraft). Da wurde eine der wichtigsten Eigenschaften (wenn nicht sogar die wichtigste) moderner Kunst überhaupt erst entdeckt: Die Autonomie. Zuvor war Kunst nämlich Auftragskunst.