d.night hat geschrieben:Warum sollen Spenden an dritte Welt Länder automatisch schlecht sein? Mit Spenden werden Schulen gebaut, mit Spenden werden Arbeitsplätze geschaffen, mit Spenden wird ödes Land fruchtbar gemacht...
Ich seh nicht wie Bildung, neue Arbeitsplätze, mehr Ressourcen und Geld das dort investiert wird schlecht für die Wirtschaft sein soll.
Wenn aus den Spendenmitteln eine Schule bauen, wenden wir uns an eine Baufirma: entweder eine die vor Ort da ist oder eine im eigenen Land. Wenn die Baufirma in unserem Land den Auftrag bekommt, fliesst bereits ein Teil der Mittel an unseren eigenen Staat, hauptsächlich in Form von Steuern, und an den Service dieser Baufirma. Außerdem könnte besagte Firma das Material im eigenen Land erwerben, wodurch weiterhin Steuern an den Staat fließen. Dabei bauen wir zwar eine Schule, aber wir ruinieren die örtlichen Baufirmen, weil sie keine/nur wenige Aufträge bekommen, und unter Umständen auch ihre Lieferanten, weil sie entsprechend wenige Bestellungne bekommen.
Wenn wir jedoch einer Baufirma in Afrika den Auftrag zukommen lassen, haben sie zwar den AUftrag, aber sie haben dadurch mehr Geld in dem Land, dass quasi aus dem Nichts erschienen ist. Wenn sich dies regelmäßig wiederholt, haben wir dort eine Inflation.
Dadurch bauen wir ihnen zwar trotzdem eine Schule, aber dadurch steigen die Preise in dem betroffenen Land, die Löhne kommen jedoch nicht hinterher. Dadurch gibt es mehr Not in dem Land, die örtlichen Produzenten können ihre Ware vor Ort nicht absetzen(dazu kommen die Lebensmittelspenden aus EU und USA) und suchen nach Absatzmöglichkeiten im Ausland.
Die Europäer hingegen wollen ihnen den richtigen Preis nicht bezahlen, und aus Not müssen sich die Bauern auf einen Preis einlassen, der viel zu niedrig ist, um wenigstens irgendwie an Geld zu kommen. Die Einfuhrsteuern in der EU für afrikanische Früchte sind meines Wissens nach recht hoch, wodurch die Preise angekurbelt werden.
Dadurch ist der Staat in jedem Fall ein Gewinner, die Afrikaner haben schwerwiegende wirtschaftliche Probleme und die BÜrger ein ruhiges Gewissen. Ach ja, die Afrikaner haben auch noch ein Schulgebäude. Aber höchstwahrscheinlich weder genügend Lehrer noch genug Schüler, die sich einen Besuch in der Schule leisten können.